Peter Senn stellt sich vor!

Portraitbild Peter Senn

Hinter allen Lehrgängen und Dienstleistungen der Juventus Gruppe steht ein erfahrenes Team an Dozierenden, auf deren Kompetenz Sie sich verlassen können.

Name: Peter Senn
Unterrichtsfächer: Physik, Mathematik, Chemie, Naturwissenschaften
Betreut die Lehrgänge: Mittelschulvorbereitung, Kaufleute mit EFZ (M-Profil), Kaufm. Berufsmatura II
Ausbildung: Ph.D., Lehrdiplom für Maturitätsschulen (Unterrichtsfach Physik) mit berufspädagogischer Zusatzqualifikation (Unterrichtsfach Mathematik)
Beruf: Physiker

Unter gutem Unterricht verstehe ich zunächst das, was der herkömmlichen  „Lehrmeinung“  entspricht, basierend auf einem Bewertungsraster für gute Lehrtexte oder Lehrvorträge mit den üblichen vier Dimensionen Einfachheit, Gliederung, Prägnanz und Stimulanz – schlichtweg das was man in einer Einführungsvorlesung für Allgemeine Didaktik so hört.  Natürlich weiss jeder, dass sich diese vier Kennzeichen bei der Umsetzung in der Praxis in die Quere kommen.  Da muss jede Lehrperson eben selbst schauen, wie sie ihre Suppe anrührt, ob fad, würzig oder versalzen.  Unterricht ist eine komplexe Interaktion zwischen Lehrer und Lernenden, heute vermehrt unter den Lernenden selber.

Obwohl ich im Grunde davon überzeugt bin, dass es sich da um etwas nur schwer quantitativ Erfassbares handelt, bin ich doch sehr von der Sichtweise von Professor Franz Eberle von der  UZH  beeinflusst, wonach sich unterschiedliche Lehrmethoden sehr wohl objektiv auf ihre Wirksamkeit überprüfen lassen.  Als Lehrperson kann man nicht dem Eberle nacheifern und quantitative Bildungsforschung in grossem Stil betreiben, aber schon mit bescheidener Unterrichtserfahrung entwickelt man ein untrügliches Gefühl dafür, was etwas gebracht hat und was eher unproduktiv oder gar kontraproduktiv war.  Eine Lehrperson sollte die Effektivität ihres Unterrichts kritisch hinterfragen.  So manche wunderschöne Theorie hat in der Praxis einen Haken oder ist in ihrer Anwendbarkeit beschränkt auf bestimmte ideale Rahmenbedingungen, die in der Praxis nie und nimmer gegeben sind.  Was sind nun wirklich die Kennzeichen von gutem Unterricht?  Meine Antwort erscheint wohl eher lapidar, aber ich meine es durchaus ernst.  Ich denke, dass guter Unterricht genau das ist, was die Lehrperson und letztendlich auch die Lernenden im Prozess des Unterrichtens und im Rückblick als guten Unterricht wahrnehmen – nicht mehr und nicht weniger.

Ich habe den Lehrerberuf gewählt, weil ich hineingerutscht bin. Ich habe als Teaching Assistant gearbeitet um mir einen bescheidenen Lebensunterhalt zu verdienen.  Die Semestergebühren konnte ich mir eh nicht leisten.  Nach einiger Zeit hatte ich jedoch das Gefühl, dass ich mit all diesen Verpflichtungen niemals zu einem Studienabschluss käme und ich habe den Tag herbeigesehnt, wenn ich vom Teaching Assistant zum Research Assistant  „befördert“  würde.  Als es dann soweit war, konnte ich mein Glück kaum fassen.  Aber schon als ich abends im Ausgang die gute Nachricht mit meinen Kumpeln kräftig  „begiessen“  wollte, kamen mir erste Zweifel.  Langsam aber sicher begann ich die zuvor als Plagegeister wahrgenommenen Studis in einem ganz anderen Licht wahrzunehmen.  Es begann damit, dass ich später in Lehrveranstaltungen sowie in der Betreuung von Forschungsarbeiten involviert war und bald war ich erneut ein Lehrer, obwohl ich mich eigentlich keineswegs als Lehrer wahrgenommen habe.  Seit mehr als zehn Jahren mache ich beruflich nichts anderes als unterrichten.  An diesem Punkt habe ich den Lehrerberuf auch tatsächlich gewählt und weil ich mich nunmehr als  „Vollblutlehrer“  betrachtete, habe ich mir überlegt, dass zum Lehrerberuf eigentlich auch eine ordentliche didaktische Ausbildung gehört.

Aus meiner Sicht, ist man eine gute Lehrperson, wenn man am Lehrerberuf Freude hat und diese Freude auch dann nicht völlig abhandenkommt, wenn sich vorübergehend belastende Konstellationen einstellen.  Ich glaube so ziemlich jeder kann ein guter Lehrer sein, falls er vom Wunsch beseelt ist, gute Arbeit zu leisten.  Eine unabdingbare Voraussetzung ist natürlich, dass die Lehrperson über entsprechende Fachkenntnisse verfügt.  Ich meine ich kann schwerlich ein guter Spanischlehrer sein, wenn ich kaum Spanisch verstehe.

Lernende haben ein feines Gespür dafür, ob sie ernst genommen werden.  Denen kann man diesbezüglich nichts vormachen.  Eine gute Lehrperson kann abwägen in welcher Form, mit welchem Timing und in welchem Ausmass sie auf Anliegen von Lernenden eingehen kann, aber sie zu ignorieren ist auf Dauer keine Option.  Eine gute Lehrperson verliert auch nicht leicht den Mut, in vertretbarem Rahmen, immer Mal wieder etwas Neues auszuprobieren und die damit verbundenen Risiken einzugehen.

Es leuchtet jedermann ein, dass eine gute Lehrperson den Lernenden gegenüber die wesentlichen Dinge hervorhebt.  Ich glaube jedoch, dass es fast gleich wichtig ist, dass unwesentliche Dinge als solche dargestellt werden.  Ich meine, jeder kann sich an zehn Fingern abzählen, dass bei beschränkten Ressourcen zwangsläufig etwas rausfliegt, wenn etwas dazukommt.  Nur bei Lehrpersonen ist dieses Bewusstsein irgendwie inexistent oder gar verpönt.  Da wird alles fortwährend effizienter, grossartiger und schöner.

Der Lehrgang ist praxisbezogen, weil er die Lernenden befähigt, berufliche Herausforderungen zu meistern, gemäss dem altbekannten Spruch  „Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“.  Die Frage hier ist allerdings, was denn Praxis sein soll.  Ich habe einmal eine Diskussionsrunde von Korrektoren einer BM-Abschlussprüfung besucht.  Dort hielt ein Vertreter der  zhaw  eine kurze Ansprache in welcher er über unzureichende Kenntnisse der  BM-Absolventen  im Fach Mathematik lamentierte.  Derartige Aussagen lassen einen Mathelehrer bestimmt nicht kalt, aber man fühlt sich doch eher überfordert von einem dermassen umfassenden Anspruch auf Nachhaltigkeit.  In der Praxis konzentriere ich mich eher darauf, die von mir betreuten Studis zu befähigen, die nächste Hürde zu überwinden.