Blutige Stecherei an der Lagerstrasse

Die angehende MPA Simona Bühler misst den Blutdruck einer Besucherin und beantwortet auch gleich erste Fragen. Weiter geht es bei ihrer Kollegin Noemi Peterhans, die die Gelegenheit nutzt, ihrer zufällig in der Nähe stehenden Schulleiterin Mary Gabriel in den Finger zu stechen. Aus Rache wird es kaum gewesen sein, denn sie macht es schnell, routiniert und scheinbar weitgehend schmerzlos. Der Bluttropfen wird aufgefangen und das Messgerät zeigt den Blutzuckerspiegel auf dem Display an. Alles OK, und die Besucherin kann beruhigt ihren Rundgang fortsetzen.

Simona Bühler, Darlene Bruggisser, Noemi Peterhans und Jasmin Koch sind alle MPA im zweiten Jahr ihrer Ausbildung und besuchen die Juventus Woodtli Schulen. Für das Lernfestival betreuen sie eines von zwei Angeboten. Die Kontakte mit den Besuchern sind durchweg sympathisch und viele Diskussionen drehen sich um das Thema „MPA als Traumberuf“. Ist dem wirklich so, oder sieht die Realität etwa anders aus? Die jungen Frauen sind sich einig: Es ist ein toller Beruf, spannend, herausfordernd und kein Tag gleicht dem anderen. Gibt es denn gar nichts, das nicht so toll daran ist? Darlene Bruggisser überlegt kurz, dann findet sie doch etwas. Oder wenigstens fast: „Man braucht manchmal auch eine dicke Haut, vor allem wenn man von Patienten unfreundlich behandelt wird“. Ihre Kolleginnen stimmen zu. Anscheinend erwarten die Patienten einerseits, dass sie in Notfällen immer gleich einen Termin bekommen. Andererseits haben sie dann Mühe, wenn sie bei der Nachkontrolle ein paar Minuten warten müssen, weil ein anderer Patient als Notfall dazwischen genommen werden musste.

Aber das hat keinen wirklichen Einfluss auf die Freude am Beruf, der beiden Woodtli-Schülerinnen. Sie würden die Ausbildung auf alle Fälle sowohl weiterempfehlen wie selbst wieder beginnen. Wenn da nicht Herzblut drin steckt!