Mit Aberglaube gegen Prüfungsangst?

Bild Mit Aberglaube gegen Prüfungsangst?

Rüeggs Ausblicke

Toll – das Display auf meinem neuen Handy ist so gross, dass ich darauf sogar die Webcam-Aufnahmen unseres neuen Schulhauses deutlich erkennen kann. Gerade sieht es so aus, als wäre eine der grossen Fensterscheiben zerbrochen. Wie war das nochmal, bringen Scherben nun Glück oder Unglück?

Nein, ich werde mich jetzt nicht durch abergläubische Gedanken verunsichern lassen. Weiss ich doch, was das für Folgen haben kann. In der Psychologie gibt es dieses berühmte Konzept der selbsterfüllenden Prophezeiung: Etwas kommt so wie und weil man es sich im Vorhinein lange genug eingeredet hat. Genauso ist es häufig auch bei den Lernenden. Aus Angst, in einem bestimmten Fach sowieso keine gute Note zu erzielen, setzen sie sich selbst derart unter Druck, dass sie das Gelernte bei der Prüfung nicht mehr abrufen können. Aber wie können Prüfungsängste überwunden werden?

Wichtig ist, gut vorbereitet und positiv an die Sache heranzugehen. Wenn wir uns von vornherein über das Lernen ärgern, prägt sich das Wissen viel schlechter ein. Versuchen wir doch lieber, die vorher festgelegten Lernziele zu erreichen und zu verstehen, worum es geht. Die Lehrpersonen geben häufig schon sehr gute Hinweise darauf, was wirklich gelernt werden muss.

Manche Lernende scheitern hingegen daran, das Gelernte dann vor den Prüfern wiederzugeben. Das kann jedoch geübt werden, indem man mit anderen über die Inhalte spricht oder anhand von Lernkärtchen immer wieder Fragen beantwortet. So wird der Fokus auf das Beantworten der Fragen gelegt und nicht lediglich ein Text gelesen.

Hier finden Sie eine Liste mit hilfreichen Tipps, um Prüfungsangst zu überwinden.

Oh, siehe da – es waren doch keine Scherben. Der Bauarbeiter knüllt gerade eine grosse Plastikfolie zusammen, in der zuvor wohl die Scheiben eingewickelt waren. Aber der Aberglaube hat mich ja noch nie weitergebracht. Ich trinke den, inzwischen kalt gewordenen, Kaffee aus und eile Richtung Europaallee. Kurz bevor ich die Tür vom Starbucks erreiche, laufe ich geradewegs in eine junge Frau, die vor Schreck ihre – zum Glück leere – Kaffeetasse zu Boden fallen lässt. Da sind sie nun wieder, die Scherben.

Mit ausblickenden Grüssen

Ihr Matthias Rüegg

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