Basteln und kneten in einer digitalisierten Welt

„Bring your own device“ meint, Sie dürfen an unserer Schule ihr digitales Gerät mitbringen und im Unterricht nach Vorgaben der Lehrpersonen einsetzen. Wir leben in einer Welt, in der mobile Geräte und der Einsatz von Computern zum Normalfall geworden sind.

Wie soll man sich in einer solchen Welt den idealen Schulunterricht vorstellen, wo Wissen zur Handlungskompetenz führen soll?

Im Unterricht geht es darum, Wissen nicht nur wiederzugeben, sondern das Gelernte zu verstehen und anwenden zu können! Um den Studierenden einen nachhaltigen Lernerfolg zu ermöglichen, sollen möglichst viele Sinne angesprochen werden. Es gilt, das Digitale und das Haptische miteinander in Bezug zu setzen.

In der Juventus Schule für Medizin hat das letzthin so ausgesehen:

Mit Knetmasse und weiteren Hilfsmitteln tasteten sich die Studierenden in Kleingruppen an das Atmungssystem unseres Körpers heran. Nase, Luftröhre und Lungen wurden dadurch greifbar und spielerisch veranschaulicht.

Anschliessend überlegten sich die Studierenden innerhalb von Gruppen, wo welche Krankheiten entstehen können und welche Therapien dann nützlich sind. Mit kleinen Fragezeichen wurden Stellen markiert, bei denen sich die Studierenden nicht einig wurden, wie das nun genau aussehen könnte. Diese Fragezeichen nutzte die Lehrperson zur Diskussion und leitete die Lernenden zum richtigen Lösungsweg.

Die Gruppen tauschten sich unter einander aus und liessen sich jeweils von einem Mitglied der anderen Gruppe deren Ergebnisse erklären. Noch bestehende Unklarheiten wurden dann im Plenum diskutiert.

Mit diesen ikonischen (bildhaft), enaktiven (handelnd) und symbolischen (sprachlich) Unterrichtselementen können verschiedene Themengebiete erarbeitet werden:
Textverständnis, Themeneinführung, Themenabschluss und Kommunikationstraining.

Komplexe Situationen können real mit Knetmasse und Zeichnungen dargestellt werden. Man tastet sich schrittweise mit seinen Fingern an die Lösungen heran und belebt die haptischen Fähigkeiten, die im Fokus des Digitalen bisweilen vergessen gehen.

Durch die Möglichkeit, «Fehler» machen zu dürfen, lernt man Informationen zu überdenken und gangbare Alternativen zu prüfen.

Und Hand aufs Herz: Wer knetet denn nicht gerne? Greifen und Begreifen gehören im digitalen Zeitalter eng zusammen.

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