Erobern Roboter wirklich unsere Klassenzimmer?

Der digitale Wandel ist zentraler Bestandteil der Entwicklung unserer Schulen, besonders im JuveCampus. Aber: „Ein Blick des Lehrers ist heute immer noch mehr wert als 1000 Klicks“, wie Beat W. Zemp, Präsident Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) unterstreicht. Wir sind soziale Wesen und Lernen ist ohne menschliche Beziehung nicht möglich. Dies haben wir am 2. TechLunch vom 1. November gemeinsam festgestellt.

Experten aus Bildung, Forschung und Wirtschaft haben am zweiten TechLunch der Juventus Technikerschule HF, der von Markus Schmid, Redaktor der „Technische Rundschau“ moderiert worden ist, intensiv miteinander diskutiert. Thema waren die Chancen und Risiken, welche die rasante Entwicklung der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz in die Bildungslandschaft bringen. Die Struktur der Schule verändert sich, reale Lehr- und Lernbeziehungen bleiben für den schulischen Erfolg der Lernenden jedoch unverzichtbar.

Robotik und Digitalisierung machen vor den Schulen nicht Halt und haben über Google-Dienste längst Einzug gehalten in den Klassenzimmern. „Wo im Schulalltag repetitive Aufgaben oder Prüfungsauswertungen anfallen, ist Automatisation sinnvoll und gefordert“, unterstreicht Peter Jost, Schulleiter der Juventus Technikerschule HF.

Prof. Roland Siegwart von der ETH Zürich ergänzt: „Das kritische und geschulte „Denken“ hinter der automatisierbaren Routine bleibt eine zentrale Grösse, die vom Menschen in Zukunft noch vermehrt geleistet werden muss.“ „KI macht Maschinen intelligenter, augmented reality macht den Menschen intelligenter“, betont Petra Ehmann von Google Schweiz, für die „nach vorne denken“ in der Technikentwicklung wegweisend ist.

Menschen unterscheiden sich in ihrer kreativen Denkleistung wesentlich von der Maschine, die nur mit Geschwindigkeit bei der Datenverarbeitung punktet. Der Mensch als soziales Wesen lernt besonders effizient in der Gruppe und ist anfällig auf emotionale Stimmungsübertragung.

Ohne Motivation und Begeisterungsfähigkeit ist Schule auch in Zukunft nicht denkbar. Sie ist ein komplexes System, wo sich Lehrende und Lernende in pädagogischen Beziehungen und mit gemeinsamem Ziel begegnen. Empathie, Geborgenheit und emotionale Intelligenz prägen alle zwischenmenschlichen Begegnungen, die den gesamten Bildungsbereich einschliessen und zu schulischen Erfolgen führen.

Im Namen der Juventus Schulen möchte ich unseren Diskussionsteilnehmern für Ihre äusserst spannenden Ausführungen danken und freue mich über das rege Interesse unserer Lernenden.

Mit freundlichen Grüssen

Matthias Rüegg

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