Ein Jahr Co-Schulleitung JME Grundbildung

Eine Co-Leitung ist ja nicht immer ganz unkompliziert – wie läuft es bei euch und was waren die grössten Herausforderungen?

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Clemens Güdel

Ein Gespräch mit Julia Kündig und Karin Pfleghard

Julia und Karin, seit gut einem Jahr leitet ihr die Grundbildung «Medizinische Praxisassistent/innen EFZ» (MPA) als Schulleiterinnen gemeinsam – Karin mit einem Pensum von 80%, Julia mit einem Pensum von 40%.
Eine Co-Leitung ist ja nicht immer ganz unkompliziert – wie läuft es bei euch und was waren die grössten Herausforderungen?

KaPf: Die Zusammenarbeit funktioniert und die Vorteileeiner Co-Leitung überwiegen in meinen Augen klar. 

JuKü: Ja, da stimme ich Karin zu. Zwar ist der Abstimmungsaufwand bei einer Co-Leitung grösser, hier macht aber schon eine gemeinsame Emailadresse vieles einfacher. Die Vorteile sind gross: Wir ergänzen uns sowohl von unseren fachlichen Hintergründen als auch von den persönlichen Stärken her optimal. 

KaPf: Ausserdem ist es unglaublich wertvoll, jemanden neben sich zu haben, mit dem man sich bei Fragen, die im Arbeitsalltag auftauchen, unkompliziert austauschen kann. Und last but not least: Zu zweit macht es einfach mehr Spass als allein!
 

Karin, du warst für die Grundbildung MPA beinahe zehn Jahre als Schulleiterin alleine verantwortlich – wie war für dich der Übergang zu einer Co-Leitung?

KaPf: Die Idee einer Co-Schulleitung für die JME Grundbildung kam ursprünglich von mir. Der Bereich ist ja im Laufe der letzten Jahre ständig gewachsen, es kamen immer mehr Lernende und Klassen dazu. Gemeinsam mit Fabienne Gross, Rektorin JME, habe ich dann die Idee einer Co-Leitung umgesetzt. Die zusätzlichen Ressourcen, die Aufgaben und die Verantwortung mit jemandem teilen zu können, machen es möglich, den Bereich proaktiv und erfolgreich in die Zukunft zu führen. 


Julia, du unterrichtest als Lehrperson naturwissenschaftlichen Grundlagenfächer und bist nun als Schulleiterin aber auch die Vorgesetzte deiner Kolleginnen und Kollegen. Wie war dieser Rollenwechsel für dich?

JuKü: Der Rollenwechsel war für mich eine gute Erfahrung, wohl auch, weil bei uns die Hierarchien nicht sonderlich ausgeprägt sind. Wichtig ist auch eine offene, transparente Kommunikation. Den grösseren Teil meines Pensums arbeite ich ja weiterhin als Lehrperson bei den Juventus Schulen und manchmal hilft es zu sagen, dass ich heute als Lehrperson und nicht als Schulleitung im Lehrerzimmer bin. 


Was ist euch bei der Zusammenarbeit wichtig?

KaPf: Eine funktionierende transparente Kommunikation ist das A und O. Eine grosse Portion Humor hilft ebenfalls sehr und unser Altersunterschied, das haben wir beide schnell gemerkt, hat grosse Vorteile. Und während beispielsweise OpenOlat nicht meine grosse Liebe ist, treibt Julia mit ihrem grossen Know-how im Bereich IT die Dinge voran – wir ergänzen uns von unseren Stärken und unserem Wissen her ideal. 

JuKü: Genau, unsere verschiedenen Erfahrungshintergründe passen perfekt zusammen. Als Lehrperson kenne ich beispielsweise die Wünsche der Kolleginnen und Kollegen im Bereich IT und Schulinfrastruktur, sehe aber auch die Herausforderungen und Restriktionen, mit denen unsere IT bei deren Umsetzung konfrontiert ist. Karin wiederum hat als ausgebildete MPA ein unglaubliches Wissen in den praktischen Fächern wie Hygiene oder Therapeutik, hier fehlt mir der entsprechende Background. Und sie hat auch ein grosses Netzwerk und Kontakt zu vielen wichtigen externen Partnern. 


Was ist für euch die grösste Herausforderung im Job und was sind die schönsten Momente, die euch motivieren? 

KaPf: Für mich das Schönste ist der Kontakt zu den Lernenden, sie in ihrer Ausbildung zu begleiten. Dann schätze ich die flexiblen Arbeitszeiten und natürlich die Arbeit in unserem tollen Team! 

JuKü: Ich freue mich über meinen sinnstiftenden, nachhaltigen Job, meine Arbeit generiert Mehrwert für alle. Sehr schön für mich ist die Aufgabe, das ganze Team der JME Grundbildung zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass alle optimal arbeiten können. Und gemeinsam mit einer tollen Chefin wie unserer Rektorin Fabienne Gross lassen sich auch die grössten Herausforderungen bewältigen!


Ein Blick in die Zukunft – wie glaubt ihr, wird die Grundbildung MPA in zehn Jahren aussehen, was wird anders sein als heute? 

JuKü und KaPf: Handlungskompetenzen werden in Zukunft noch wichtiger, das Berufsbild selber wird sich aber nicht vollständig ändern. Vorstellbarwäre, dass ähnlich wie im kaufmännischen Bereich verschiedene Profile  (z. B. für Allgemeinpraxen und verschiedene Spezialpraxen)eingeführt werden. Und vielleicht ermöglicht künftig eine zweijährige Ausbildung auch schwächeren Schülerinnen und Schüler den Einstieg in den Beruf, verbunden mit der Option, diesen mit einem dritten Ausbildungsjahr und dem Abschluss EFZ zu ergänzen. 


Euer Job ist fordernd, wie erholt ihr euch in eurer Freizeit?

JuKü: Ich bewege mich in meiner Freizeit viel, mache Lauftraining, gehe schwimmen und fahre Velo. Beim Sport kann ich mich aktiv erholen und auch gut nachdenken. Ausserdem reise ich viel, bin leidenschaftlich gerne unterwegs.  

KaPf: Bei mir ist Sport eher ein notwendiges Übel … (lacht) Ich lebe bei Gold-und Silberschmiedearbeiten gerne meine kreative Ader aus, ausserdem singe ich in einem Gospelchor und bin viel an Konzerten anzutreffen. Beim Singen kann ich gut abschalten und meine Gedanken fliessen lassen. 

Liebe Karin und liebe Julia, vielen Dank für das Gespräch!

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Sie betreut bei uns den Bereich Lehrmittel und unterstützt die Geschäftsleitung in (fast) allen Belangen. Tätigkeitsfelder, in denen die sprach- und buchaffine Generalistin ihre Fähigkeiten und vielfältigen Interessen optimal einbringen kann.

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