Donnerstagsrunde vom 13.3.2025

Eva Zwicker sprach darüber, wie Organisationen und Führungskräfte psychologische Sicherheit gezielt stärken können, damit ihre Mitarbeitenden ihre innovativen Ideen auch teilen wollen.

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Louis Rosenthal

Eva Zwicker: Psychologische Sicherheit in Organisationen fördern

Am 13. März 2025 fand die erste Donnerstagsrunde des Jahres statt. Eva Zwicker sprach vor einem erfreulich grossen Publikum über das Thema ihrer Masterarbeit: «Psychologische Sicherheit in Organisationen fördern – damit Mitarbeitende ihre innovativen Ideen teilen».

Susanne Hurni, Rektorin Juventus wittlin stauffer, und Fabienne Gross, Rektorin Juventus Schule für Medizin, begrüssten zu Beginn des Events die Teilnehmenden und stellten Neuigkeiten aus ihren Juventus Fachbereichen vor: In der Fachhochschule von Juventus wittlin stauffer werden im Moment Microcredentials auf den Weg gebracht, die in relativ kurzen Einheiten praxisrelevantes Wissen vermitteln und auch mit ECTS Punkten gewertet werden. In der Juventus Schule für Medizin wurde dem wichtigen Lehrgang der Dipl. Chefarztsekretär/innen der zeitgemässe Titel «Dipl. Management-Assistent/in» im Gesundheitswesen gegeben.

Nach dem Intro übergab Susanne Hurni das Wort an Eva Zwicker, die ihr Plenum gleich zu Beginn darum bat, die Augen zu schliessen. Ohne die anderen wahrzunehmen durfte die Frage beantwortet werden, ob man schon mal in einem Meeting gesessen hat ohne die eigenen Gedanken und Ideen zum Thema mitteilen zu wollen, aus Sorge, dass sie ohnehin keinen Impact haben würden. Die Hände blieben oben, als man die Augen wieder öffnen sollte. Was man sah, war, dass ca. zwei Drittel der Anwesenden diese Erfahrung teilten. Und das, so Eva Zwicker, ist der Grund, über psychologische Sicherheit nachzudenken.

Aristoteles: «Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile»

Das Konzept der psychologischen Sicherheit basiert auf einer Analyse der Harvard Psychologin Amy C. Edmonson. In den 1990er Jahren untersuchte sie die Zusammenarbeit von Teams in Spitälern, um einen Bezug zur Fehlerquote herzustellen. Entgegen ihrer Vermutung resultierte aus den Umfragen, dass die vermeintlich «guten Teams» eine höhere Fehlerquote auswiesen. Es stellte sich aber heraus, dass die «guten Teams» die Fehler tatsächlich kommunizierten und die «schlechten Teams» die Fehler vertuschten.

Vor diesem Hintergrund gab Frau Zwicker den Anwesenden verschiedene Empfehlungen an die Hand, wie sie das Konzept der psychologischen Sicherheit in ihre Teams tragen können. Zentral sind hier – wie so oft – die Führungspersonen. Vor allem das mittlere Kader hat einen grossen Einfluss auf die Teamkulturen. Idealerweise sollte man sich beim Recruiting deshalb immer für empathische Personen entscheiden und nicht die Fachkompetenz in den Mittelpunkt stellen. Denn wenn die Führungspersonen es schaffen, statt der weit verbreiteten «I know it all»- eine «I learn it all»-Haltung einzunehmen, ist der Weg zur psychologischen Sicherheit für Mitarbeitende so gut wie gesichert. Frau Zwicker fasst dies gern in den Begriff der «Humbleness» zusammen, die eine der zentralsten Eigenschaften für Führungspersonen ist, die es aus ihrer Sicht zu erreichen gilt.

So können in Teams die Eigenschaften gefördert werden, die letztendlich – egal in welcher Branche – zu Erfolg führten. Google fasst diese Eigenschaften auf Basis einer gross angelegten Studie zusammen:

  • Psychologische Sicherheit: «Wenn ich in unserem Team einen Fehler mache, wird mir das nicht vorgeworfen.»
  • Verlässlichkeit: «Wenn meine Teamkollegen sagen, dass sie etwas tun werden, ziehen sie es durch.»
  • Struktur und Klarheit: «Unser Team verfügt über einen effektiven Entscheidungsprozess.»
  • Bedeutung: «Die Arbeit, die ich für unser Team tue, ist für mich von Bedeutung.»
  • Auswirkung: «Ich verstehe, wie die Arbeit unseres Teams zu den Zielen der Organisation beiträgt.»

In einem kleinen Workshop befragte Frau Zwicker nach ihrem Vortrag, wo – auf einer Skala von 1 bis 10, symbolisiert durch die Treppenstufen im Plenum – die Teilnehmenden den Wert der psychologischen Sicherheit in ihrem eigenen Team einteilen würden und warum:

 

Danach wurden die Teilnehmenden von Frau Zwicker eingeladen, in Gruppen die Frage «Was könnte ich tun, um dazu beizutragen, die erlebte psychologische Sicherheit um einen Step zu verbessern?» zu diskutieren. Sie stammt aus einem Katalog verschiedener Mikrotrainings, die die Psychologische Sicherheit auf sehr unkomplizierte Art fördern:

In der anschliessenden Fragerunde wurden Fragen zum Unterschied der Begriffe Vertrauen und psychologische Sicherheit thematisiert und nach der Messbarkeit dieser Sicherheit gefragt. Dazu empfahl Frau Zwicker einen bekannten Fragekatalog, der auch online verfügbar ist:

Zum Abschluss konnten sich die Teilnehmenden beim Apéro weiter über das Thema und ihre Erfahrungen austauschen.

Wir danken Eva und dem Team von Juventus wittlin stauffer für den gelungenen Event und freuen uns auf die nächste Donnerstagsrunde am 18. September 2025!

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